Der Reiz des Verbotenen: Tausende illegale Spielhöllen in der Schweiz!

Die glänzende und Reichtum verheißende Welt der Casinos und Glücksspiele hat auch eine Schattenseite: das illegale Glücksspiel. Das Geschäft ist in der Schweiz in der Hand von osteuropäischen und türkischen Banden. Schätzungsweise 2.500 Restaurants, Bars und Kebab-Buden wurden in illegale Spielhöllen umfunktioniert. „Das ist zu einem großen Problem geworden“, sagt Jean Marie Jordan, der Direktor der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK).

Eine reale Bedrohung für das seriöse Glücksspiel

Die Spieler können so in einen Teufelskreis geraten. Denn oft bleibt es nicht „nur“ beim illegalen Zocken. Der Weg hin zur organisierten Kriminalität mit Drogen, Waffen und Menschenhandel ist nicht weit. Vermehrt werden seit einiger Zeit daher in Restaurants und Bars Razzien durchgeführt, immer unter Polizeischutz. Der Job der Ermittler ist gefährlich, denn viele illegale Casinobetreiber schrecken auch vor anderen kriminellen Aktivitäten nicht zurück. Jährlich finden knapp 100 Razzien statt.

Das System funktioniert wie ein Pyramidensystem. Die Hintermänner sitzen meist im Ausland, entweder im Balkan, der Türkei oder in Ländern, in denen das Glücksspiel erlaubt ist wie Malta oder der Isle of Man. Das Spielen an sich ist nicht strafbar. Mit Konsequenzen rechnen müssen nur die Lokalinhaber. Doch auch für diese sind die Folgen mit Strafgeldern von maximal 10.000 Franken sehr gering. Diese sind ein Klacks im Vergleich zu den möglichen Umsatzbeteiligungen. Um die Lokalbetreiber zu überführen reicht jedoch ein Verdacht nicht aus. Sie müssen während der kriminellen Handlungen gefilmt werden.

Ein gefährliches Spiel für alle Beteiligten

Die illegalen Turniere werden im Verborgenen gespielt und die Lokale werden alle paar Monate gewechselt. Die Furcht vor Überfällen ist für viele Spieler ein ständiger Begleiter. Denn wenn Geld im Spiel ist, ist auch die organisierte Kriminalität meist nicht weit. Die involvierten Banden gelten als sehr gewaltbereit. Allerdings sind die Gewinne im Vergleich zum eingegangenen Risiko und den Gebühren für die Spieler meist bescheiden. In einem legalen Casino ist die Teilnahme sehr viel preisgünstiger.

„Ja, wir schätzen, dass den Schweizer Kasinos und damit auch den Empfängern der Spielbankenabgaben durch das illegale Angebot jährlich rund 200 Millionen Franken an Bruttospielerträgen entgehen“, meint Detlef Brose, Chef des Grand Casino Baden. Zum Vergleich: Die Schweizer Spielbanken nehmen jährlich rund 760 Millionen Franken brutto ein. Das Geschäft ist zwar gefährlich, aber es lohnt sich für die Betreiber. Mehrere Millionen Franken werden pro Lokal umgesetzt.

Die Behörden brauchen mehr Kompetenzen

“Ja, wir schätzen, dass den Schweizer Casinos und damit auch den Empfängern der Spielbankenabgaben durch das illegale Angebot jährlich rund 200 Millionen Franken an Bruttospielerträgen entgehen (Detlef Brose, Chef des Grand Casino Baden).„

Um härter durchgreifen zu können fordern die zuständigen Behörden nicht nur höhere Strafen, sondern auch mehr Kompetenzen. Denn die momentanen Strafbestimmungen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die meisten Lokalbetreiber lassen sich von Geldstrafen bis 10.000 Franken nicht abschrecken. Und die wirklichen Hintermänner sind oft ohnehin nur sehr schwer auffindbar, da sie meist aus dem Ausland die Fäden ziehen. Gefordert werden daher höhere Strafen und eine schnelle Legalisierung der Online-Casinoangebote. Die Schweizer Casinobetreiber müssen mit den illegalen und den Angeboten aus dem Ausland mithalten können und wettbewerbsfähig bleiben, um das Geld in der Schweiz zu lassen – zum Vorteil aller Beteiligten. Bis sich wirklich etwas ändert könnte jedoch noch eine Weile dauern, denn Insider rechnen nicht mit einer definitiven Gesetzgebung vor 2018.

Was macht den Reiz des illegalen Glücksspiels aus?

Alles was verboten ist, ist grundsätzlich besonders interessant. Dieser Grundsatz gilt auch beim illegalen Glücksspiel. Viele Spieler schätzen die besondere Atmosphäre bei den illegalen Turnieren in den Hinterzimmern. Da diese illegalen Lokale ja per se kriminell sind, halten sich die Spieler natürlich auch nicht an die Regeln, die in den anderen Casinos gelten. Dazu zählen beispielsweise das Rauchverbot, Einlasskontrollen zur Verhinderung der Spielsucht oder Bestimmungen in Bezug auf Geldwäsche. Doch wollen Sie wirklich deshalb kriminell werden?