Nichts geht mehr – Schwedens Glücksspielmonopol vor dem Wandel

Dass Schweden in vielen Bereichen einen eigenständigen Weg beschreitet, ist seit jeher ein offenes Geheimnis. Hier zahlt man immer noch mit Schwedischen Kronen und es ist eher unwahrscheinlich, dass Schweden sich noch der Euro-Gruppe anschließen wird. Das Gleiche gilt für das Monopol von Glücksspiellizenzen in Schweden. Doch bei genauerer Betrachtung brodelt es zur Zeit dort ganz gewaltig, denn die Sonderregelungen für staatliche Glücksspiellizenzen könnten alsbald gekippt werden. Dass in Schweden nur eigene Unternehmen gefördert und mit einer entsprechenden Lizenz ausgestattet werden, ist der EU schon seit langer Zeit ein Dorn im Auge.

Anhaltende Kritik von Seiten der EU

Viele Male wurde darauf gepocht, dass Schweden seine Richtlinien an EU-Standards anpassen solle. Dabei ging es nicht nur um den freien Wettbewerb, der ausländischen Unternehmen den Zugang zum Schwedischen Markt gewähren würde, sondern auch um die fehlende Aufklärung gegenüber den Spielern, wie gefährlich das Glücksspiel wirklich sein kann. Dabei ist Spielsucht auch in Schweden kein neues Phänomen, doch diese und ähnliche Problematiken werden von der Glücksspielindustrie nicht ausreichend thematisiert.

Da keine dieser geforderten Änderungen vorgenommen wurde, leitete die Europäische Kommission im Oktober 2014 ein Verfahren gegen Schweden in zwei Fällen ein, da die Bestimmungen für Online-Poker und Online-Wetten nicht konform mit dem EU-Recht für den freien Dienstleistungsverkehr waren. Dabei geht es jedoch noch um weit mehr, als um diese beiden genannten Punkte. Laut der Kommission ist auch die fehlende Regulierung in der Branche hervorzuheben, die höchst bedenklich ist. In Schweden bildet Svenska Spel den Dreh- und Angelpunkt der Branche und andere Unternehmen haben meist nicht einmal die Möglichkeit auf dem Markt Fuß zu fassen.

Da Svenska Spel ein staatlich gefördertes Unternehmen ist, hält es die begehrte Lizenz inne und kann nach Belieben schalten und walten. Der Vorwurf der EU ist daher auch, dass Svenska Spel im eigenen Land nicht ausreichend kontrolliert wird. So sei der Eindruck entstanden eine Regulierung von Svenska Spel sei grundsätzlich unmöglich. Dabei ist es nicht das erste Mal, das das System von Schweden in der Kritik steht. Schon in den Jahren zuvor landeten Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof, doch bei all diesen Verfahren wurde zu Gunsten von Schweden entschieden. Die Haltung der Regierung in Stockholm zu dieser Problematik ist sehr eindeutig: Man würde sich zwar freuen, wenn auch andere Unternehmen in Schweden aktiv werden würden, doch diese speziellen Lizenzen würden nun einmal nur an staatliche Unternehmen vergeben.

Langsame Veränderung

Doch egal wie die laufenden Verfahren der Europäischen Kommission auch ausgehen, der Markt in Schweden verändert sich langsam. Nach zaghaften Versuchen wagen es auch nun endlich andere Unternehmen in Schweden Fuß zu fassen, allen voran die Firma Unibet. Diese Entwicklung ist vor allem positiv für die Spieler zu beurteilen, da die Angebote von Svenska Spel sehr eingeschränkt sind. Dabei war es Spielern aus Schweden schon immer möglich über das Internet die Angebote von ausländischen Firmen zu nutzen. Selbst eine Sperrung von bestimmten IP-Adressen wurde bereits in Erwägung gezogen, um das Monopol in seiner noch bestehenden Form zu erhalten.

Es ist jedoch genau diese Herangehensweise, die die Europäische Kommission auf den Plan gerufen hat und obwohl diese Verfahren sich mit Sicherheit über Jahre hinziehen werden, ist eine Veränderung des Marktes nur eine Frage der Zeit. Die Fusion der beiden britischen Giganten Gala und Giants ist dabei nur ein weiteres Beispiel dafür, wie weit die Veränderungen jetzt schon reichen. Unter dem neuen Domainnamen Gala.se wird dieses Unternehmen in der Lage sein, seine eigenen Angebote für Millionen Spieler auch in Schweden anzubieten.